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Expeditionstagebuch

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Eintrag vom 2004-07-04.

Gemeinsame Erklärung der "Nanga Parbat - Edelweissexpedition 2004" und der "Nanga Parbat Gendarmerie- und Zivilbergführerexpedition":

Vor gut einer Woche brechen Markus Kronthaler, Gerald Zenz, Josef Bachmair und Thomas Strausz zusammen mit 5 deutschen Bergsteigern vom "Alpinclub Sachsen" in Richtung Gipfel des Nanga Parbat auf. Die Verhältnisse am Berg sind sehr schwierig, Neuschnee zerdrückte die Zelte vom Lager II, eine Lawine fegte Lager III hinweg. Trotz dieser Schwierigkeiten erreichen sie das Lager IV auf 7200 Meter. Gerald Zenz beendet hier seinen Aufstieg. Der weitere Weg in Richtung Gipfel ist nur durch eine Kooperation dieser beiden Expeditionsgruppen möglich, sie tauschen sich in der Spurarbeit im Tiefschnee ab. Trotz ihres gemeinsamen Vorgehens kommen sie nur langsam voran. Nach einer Gehzeit von ca. 17 Stunden erreichen sie um 19.15 Uhr eine Höhe von 8020 Metern. Thomas Strausz und Markus Kronthaler wollen noch vor Einbruch der nahenden Dunkelheit umkehren und steigen umgehend ab. Die Mitglieder vom Sachsenclub setzen ihren Aufstieg fort und erreichen gegen 22.00 Uhr den Gipfel. Beim folgenden Abstieg stürzt einer ihrer Teilnehmer tödlich ab. Die restlichen Gruppenmitglieder haben Schwierigkeiten, sich beim Abstieg zu orientieren. Einer verirrt sich und steigt bis zur "Mummery-Rippe" ab, wo ihm Eisabbrüche den Weiterweg versperren. Erst in der nächsten Nacht erreicht dieser das rettende Lager IV. Die anderen Teilnehmer gelangen innerhalb von 20 Stunden nach ihrem Gipfelerfolg bei ihren Zelten an.

Diese Umstände bewogen Josef Bachmair (dieser musste aufgrund des Verlustes seiner Trinkflasche vom Gipfelaufstieg zeitig zurückkehren), Thomas Strausz und Markus Kronthaler länger als geplant im Lager IV auszuharren, um die erforderliche Hilfe leisten zu können. "Erschreckend die Erkenntnis für die Bergsteiger, dass die Fähigkeit zu helfen über 7000 Meter, vor allem nach einem Gipfelaufstieg, kaum möglich ist".

Trotzdem gelingt es ihnen zwei schwer "angeschlagene" Sachsen bis ins Lager II zu geleiten. Dort werden sie von ihren Freunden der "Nanga Parbat-Edelweissexpedition" in Empfang genommen. Gemeinsam tragen sie die weitere Verantwortung dieser gefährlichen Rettungsaktion und es gelingt ihnen einen schwer höhenkranken Sachsen raschest ins Basislager zu bringen. Das Leben dieses Bergsteigers konnte dadurch höchst wahrscheinlich gerettet werden. Die restlichen Mitglieder der Sachsenmannschaft kommen mit Verletzungen unterschiedlichen Grades davon.

Für die beiden befreundeten österreichischen Expeditionsgruppen sind die ereignisreichen Tage, versuchte Gipfelbesteigung - gemeinsame Rettungsaktion, eine weitere Festigung ihrer Bergkameradschaft. Für die Mannschaft von Markus Kronthaler endet das Bergabenteür "Muztagh Ata" und "Nanga Parbat" und sie kehren alle unversehrt nach Europa zurück. Die Gruppe von Josef Delmarco will die Zeit noch bis 18. Juli nützen, um den Gipfel des Nanga Parbat bei hoffentlich guten Verhältnissen besteigen zu können.

Markus Kronthaler
Josef Delmarco

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